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{{Infobox Theater
| Name =Hänneschen-Theater
| Bild =Hänneschen-Theater, Eingang-6661.jpg
| Bildgröße =250px
| Bildbeschreibung =Hänneschen-Theater am Eisenmarkt, 2016
| Adresse =Eisenmarkt 2?4
| Stadt =Köln
| NS =50/56/12.70/N
| EW =6/57/42.02/E
| REGION-ISO =DE-NW
| DIM =
| Eröffnet =29. Juli 1938 <small>(am heutigen Standort am Eisenmarkt)</small>
| Zuschauer =284
| Benannt_nach =der Stockpuppenfigur Hänneschen
| Jahr_Benennung =1802
| Homepage =haenneschen.de
| Notizen =
}}
Das '''Hänneschen-Theater''', offiziell '''Puppenspiele der Stadt Köln''', ist ein traditionelles Stockpuppentheater am Eisenmarkt im südlichen Martinsviertel des Kölner Stadtteils Altstadt-Nord. Mit rund 25 festangestellten Mitarbeitern?? davon sind 14 Puppenspieler?? ist es das mitarbeiterstärkste Puppentheater Deutschlands. Es erwirtschaftet etwa 60 Prozent seines Etats selbst und ist damit bundesweit die mit großem Abstand effizienteste städtische Bühne. Intendant war über 20 Jahre der frühere Schauspieler, Regisseur und Jurist Heribert Malchers. Nachfolgerin ist seit dem 1.?Dezember 2012 Frauke Kemmerling (* 1967). Vizeintendant ist seit 2013 Udo Müller.

Geschichte des Hauses

Das Theater wurde 1802 vom in Bonn geborenen Schneider Johann Christoph Winters in der Mauthgasse gegründet. Die Anfänge dieses Puppentheaters waren einfache Krippenspiele für Kinder, die in der Adventszeit aufgeführt wurden.

Winters hatte trotz häufig wechselnder Spielstätten von Anfang an Erfolg. Bereits beim ersten Karnevalszug in Köln 1823 war das Hänneschen-Theater vertreten und ist bis heute dabei. Unter seinen Konkurrenten war u.?a. Franz Andreas Millewitsch, Trotz der abweichenden Schreibweise handelt es sich bei diesem um einen direkten Vorfahren des bekannten Volksschauspielers Willy Millowitsch. Als Winters 1862 starb, führte Peter Josef Klotz, der mit einer Enkelin Winters verheiratet war, das Theater weiter. 1919 wurde das beliebte Theater nach dem Tod des letzten Mitglieds dieser Puppenspielerfamilie geschlossen.

Auf Bestreben von em Inhalt aufgeführt.<ref name="Die große Stadtgeschichte" />

Die fiktiven Figuren verkörpern die typischen Eigenschaften eines Kölners, so überreicht. Da allerdings nur eine Wurst vorhanden ist, hat der stotternde Speimanes die Aufgabe, sie dem Vortragenden hinter der Bühne wieder abzunehmen, was oft nicht ohne Geschrei und Kampf abgeht. Anschließend taucht er dann, oft mit einem blauen Auge oder anderen Spuren des Kampfes versehen, wieder auf der Bühne auf und überreicht Schäl stolz das gute Stück mit den Worten: ?Herr P-P-Präsident, de Woosch? (das Publikum ruft: ?De Woosch?).

Im November 2015 wurde vom WDR beschlossen, die Puppensitzung, die traditionell am Karnevalsdienstag ausgestrahlt wurde, nach 34 Jahren aus finanziellen Gründen nicht mehr im Fernsehen zu übertragen.

Die wichtigsten Figuren

Handlungsort der Stücke ist Knollendorf, eine fiktive Ortschaft irgendwo vor den Toren Kölns.
  • '''Hänneschen''' ist, abgesehen von den Puppensitzungen, der Held der meisten Stücke. Freundlich, aufrichtig und gewitzt, allerdings manchmal etwas zu begeisterungsfähig, ist er gerade in den Nachmittagsvorstellungen für die Kinder die Identifikationsfigur.
  • '''Bärbelchen''' ist Hänneschens Freundin (in den Kindervorstellungen am Nachmittag allerdings seine Schwester), ebenfalls eine positiv besetzte Figur mit ähnlichen Eigenschaften wie das Hänneschen.
  • '''Tünnes''', Vater von Köbeschen Schmitz, ist ruhig, gutmütig und etwas einfältig, aber eigentlich nicht dumm. Er repräsentiert in seinem blauen traditionellen Kittel den bäuerlich-dörflichen Typ aus dem weiteren Kölner Umland.
  • '''Schäl''', der Typ des Kölner Städters, wird durch seinen Namen ausreichend charakterisiert. Er schielt stark und ist auch charakterlich etwas ''schäl'' (=falsch, schlecht, unansehnlich). Stets einen Frack tragend, hält er sich für schlau und gebildet und meint, die Dörfler übers Ohr hauen zu können. Seine Tricksereien gehen meistens schief, und am Ende bleibt von seiner Fassade nicht viel übrig. Er ist der Sitzungspräsident der Puppensitzungen, nur geht dort das eigentliche Geschehen meistens an ihm vorbei. Schäl und Speimanes traten erst ab 1850 auf, während alle anderen von Anfang an dabei waren. Schäl ist der Vater von Röschen.
  • '''Speimanes''' ist gewissermaßen der Hofnarr der Theatertruppe. Kleingewachsen, bucklig und mit feuchter Aussprache, hat er vor niemandem Respekt und ist um keine bissige Bemerkung verlegen?? zum Leidwesen vor allem von Schäl.
  • Schutzmann '''Schnäuzerkowski''', der vom Namen her das nach Köln versetzte preußische Beamtentum karikiert, aber dennoch auf rheinisch-gemütliche Art für Ruhe und Ordnung sorgt.
  • '''Besteva''' und '''Bestemo''', die Großeltern.
  • '''Köbeschen Schmitz''' ist der Sohn des ledigen Tünnes. Obwohl er klein und zart ist, passt er auf seinen oft betrunkenen Vater auf. Er hat sich viele der Ansichten seines Vaters zu eigen gemacht und gibt sie gerne altklug zum besten. Mit seiner Freundin Röschen Schäl spielt und zankt er sich.
  • '''Röschen''' hat Schwierigkeiten, ihren Vater Schäl halbwegs auf geraden Pfaden zu halten. Aber wenn ihr väterliches Erbteil durchschlägt und sie bei Spitzbübereien einbezogen wird, findet sie doch immer wieder einen Ausweg aus brenzligen Situationen. Mit einem Seufzer sagt sie dann; ?Dä Schäl es ene Drecksack, ävver hä es doch minge Vatter!?.
Bildergalerie:

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Hänneschen-Theater - Hänneschen.jpg|''Hänneschen''
Hänneschen-Theater - Bärbelchen.jpg|''Bärbelchen''
Hänneschen-Theater - Schäl.jpg|''Tünnes''
Hänneschen Theater 2016 10.jpg|''Schäl''
Hänneschen-Theater - Speimanes.jpg|''Speimanes''
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Bühne und Fundus

Gespielt wird ?? (wörtlich: hinter der Balustrade), die von einer mannshohen hydraulisch versenkbaren Holzwand repräsentiert wird. Sie verdeckt die Puppenspieler. Die Bühne ist technisch so ausgestattet, dass Gegenstände, Puppen und Kulissen sowohl von und nach oben als auch von und nach unten auftauchen und verschwinden können, neben den üblichen horizontalen Möglichkeiten. Dies wird auch gerne von Engeln oder dem Christkind genutzt, für Schiffsuntergänge oder Schlösser, die zusammenstürzen und im Boden versinken. Die Bühne nimmt praktisch die ganze Breite der Spielstätte ein. Ein Puppenspieler beansprucht schon ohne Bewegung mehr als viermal so viel Platz wie seine Puppe.

Die meisten der vier bis fünf Kilogramm schweren Puppen werden an einem Tragestock geführt. So übertragen sich die Schritte der Puppenspieler und Laufbewegungen auf die Puppe. Die rechte Hand der Puppe ist in der Regel mit einem Führstab versehen, Bewegungen der anderen Hand und der Beine müssen durch Körperbewegungen der Puppe und Fliehkraft erzeugt werden. Einige Puppen, vor allem mehrbeinige Tiere und Vögel, auch Requisiten, werden anders bewegt, wobei bis zu sechs Stöcke eingesetzt werden, beispielsweise bei Krokodil oder Schlange.

Die Köpfe der Puppen werden aus Lindenholz geschnitzt und mit Schminke gefärbt, während die Körper in der Regel nur aus einer Art anatomischem Skelett bestehen, das wie bei einer Gliederpuppe bewegt werden kann, allerdings erheblich leichtgängiger. Ihre Kleidung ist vollkommen separat, so dass sie?? auch während der Vorstellungen?? beliebig umgekleidet werden können. Die äußerst detailgenau gearbeiteten Kleidungsstücke werden wie die Figuren und die Kulissen in eigener Werkstatt gefertigt.

Das Hänneschen-Theater verfügte 2007 über einen Fundus von rund 800 Puppen und rund 1800 Kostümen. Sie stammen alle aus der Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg, da alle älteren Puppen und Kleider in den letzten Bombennächten des Krieges verbrannten. Im Archiv des Theaters werden die Bücher vergangener Aufführungen bis weit zurück in die Vergangenheit aufbewahrt, aber auch ein großer Fundus an Stücken, die nicht zur Aufführung gelangten.

Literatur

  • ''Hinger d?r Britz. Journal für die Mitglieder des Fördervereins der Freunde des Kölner Hänneschen-Theaters'', Förderverein, Köln 1.1990 ff.

Weblinks

Einzelnachweise

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